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Microsoft stellt Authentifizierung auf LDAPs um – Was Sie darüber wissen sollten

Microsoft plant ein Sicherheitsupdate für Windows Server ab Version 2008 zu veröffentlichen, welches durch die Aktivierung von LDAPs (LDAP over SSL) anstatt LDAP die Nutzung des Protokolls sicherer machen soll. Mit dem Update will Microsoft LDAPs als Standardeinstellung setzen und damit die LDAP-Signaturhärtung und LDAP-Kanalbindung aktivieren.

Dies setzt voraus, dass Ihre Systeme, die das LDAP Protokoll verwenden, ebenfalls für LDAPs vorbereitet sind. Andernfalls werden viele Systeme sich nicht an Ihrer Windows Domäne authentifizieren können.

Das für Ende 2019 geplante Update wurde von Microsoft zunächst auf die 2. Jahreshälfte 2020 verschoben und vor Kurzem auf „in absehbarer Zeit“ vertagt. Wir gehen davon aus, dass das Update früher oder später durch Microsoft freigegeben wird. Sie und Ihre IT-Umgebung sollten darauf vorbereitet sein, um nicht von den Auswirkungen des Updates überrascht zu werden.

Was ist LDAP?

LDAP ist die Abkürzung für „Lightweight Directory Access Protocol“ und beschreibt ein Netzwerkprotokoll, das zur Durchführung von Abfragen und Änderungen des Microsoft Active Directory auf Windows Domänencontrollern eingesetzt wird.“ Damit LDAP fehlerlos funktioniert, tauschen alle Systeme, die an der Abfrage beteiligt sind, auf Port 389 über eine ungesicherte Übertragung Daten aus.

LDAP birgt Sicherheitsrisiko

Schickt ein System oder eine Applikation automatisiert eine LDAP Abfrage oder wird einem Nutzer eine Anmeldeseite gezeigt, die er mit Usernamen und Passwort bedient, dann werden die Daten mittels LDAP-Abfrage unverschlüsselt an das Active Directory weitergegeben. Die Userkennung wird in der Folge überprüft. Wird der Netzwerkverkehr von einem Angreifer per Man-in-the-Middle-Angriff mitgeschnitten, dann können Passwörter von allen Nutzern, die am Netzwerkverkehr beteiligt sind, ausgelesen werden. Der Angreifer könnte sogar die Abfragen zwischen Active Directory und Applikation nach seinen Wünschen modifizieren. Dadurch kann der Angreifer auf das System Zugriff erhalten.

LDAPS soll zum Standard werden

Das unsichere LDAP-Protokoll wird durch LDAPS abgelöst. LDAPS ist die Abkürzung für „Lightweight Directory Access Protocol over Secure Sockets Layer (SSL)“. Die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger findet Dank SSL/TLS verschlüsselt statt. Zusätzlich kann eine zertifikatsbasierende Authentifizierung der Kommunikationspartner stattfinden.

Welche Systeme sind betroffen?

Es sind alle Systeme und Applikationen durch das Update betroffen, die LDAP-Anfragen an das Active Directory einer Windows Domäne stellen. Dazu zählen u.a. folgende Systeme:

  • Web-Services
  • Proxy Server und Firewalls
  • Storage Management Login
  • VMware mit LDAP Anbindung
  • Call Center Software (CTI), z.B. Swyx/Netphone
  • SharePoint, ERP, CRM und andere Business Applikationen
  • Citrix NetScaler
  • iLO Anbindungen an eine Domain

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen, gemäß Microsoft Security Advisory ADV190023, Ihre und Anwendungen, die das unsichere LDAP nutzen, zu identifizieren und auf LDAPS umzustellen. Die Verfügbarkeit von Updates, die die Umstellung der entsprechenden Applikationen Systeme auf LDAPS ggf. erst ermöglichen, sollte geprüft und die Implementierung der Updates entsprechend eingeplant werden.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema haben oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie gern.

Support-Ende für Microsoft Windows 7

Seit dem 14. Januar 2020 liefert Microsoft keine kostenlosen Sicherheits-Updates mehr für das beliebte Betriebssystem Microsoft Windows 7. Betroffen sind alle Editionen.

Seit Oktober 2009 erfreut sich Windows 7 großer Beliebtheit bei seinen Anwendern. Laut Statista verfüge Windows 7 noch heute über einen weltweiten Marktanteil von über 26% (Stand: 12/2019). Wie bereits berichtet stellt Microsoft den Support ein. Technische Unterstützung und Sicherheits-Updates gehören somit der Vergangenheit an und können nur noch kostenpflichtig von Firmenkunden erworben werden.

Was bedeutet das Support-Ende für mich?

Neu entdeckte Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Der Einsatz einer EndPoint-Protection-Software kann das Ausnutzen von Sicherheitslücken nur bedingt eindämmen. Nach einem Bericht des Computer-Magazins Chip, wurde kurz nach dem Support-Ende von Windows 7 bereits eine Sicherheitslücke im Internet Explorer entdeckt, der auch Bestandteil des Betriebssystems ist. Microsoft stufe diese Sicherheitslücke als „kritisch“ ein. Ob diese Sicherheitslücke noch mit einem Patch gefixt wird bleibe fraglich.

Weiterhin muss davon ausgegangen werden, dass auch Dritt-Anbieter ihre Produkte nicht mehr für Windows 7 optimieren werden und somit die Kompatibilität nicht sichergestellt werden wird.

Kann ich Windows 7 weiterhin verwenden?

Ja, Windows 7 kann in vollem Umfang weiterhin genutzt werden. Die Funktionalität Ihrer Windows 7 Installationen wird sich nicht ändern.

Was ist zu tun?

Wir empfehlen ein Upgrade auf das aktuelle Betriebssystem Microsoft Windows 10 durchzuführen. Neben dem Produktivitätsgewinn durch neue Funktionen in Microsoft Windows 10 gewinnen Sie zusätzlich an Sicherheit. Ein aktuelles Betriebssystem trägt erheblich zum Schutz Ihrer Unternehmensdaten bei.