Projekt zieht mit Netgo an die Weseler Straße

Das Gründerzentrum Borken wird auch künftig an die Zentrale des IT-Unternehmens Netgo angebunden sein. Neben mehr Platz soll das Zentrum auch einen neuen Namen bekommen.

BORKEN. Das Gründerzentrum wird zusammen mit Netgo vom ehemaligen Kasernengelände an die Weseler Straße umziehen. Mit dem Umzug soll das Konzept des Zentrums überarbeitet werden, um – so die Zielsetzung – „die Gründerszene in Borken spürbar zu beleben“. Im neuen Netgo-„Basecamp“ wird das Gründerzentrum mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze wie bisher anbieten können.

Sieben Büros gibt es aktuell an der Landwehr. Wie Borkens Wirtschaftsförderin Katja Hoffboll kürzlich im Hauptausschuss des Stadtrates erklärte, hatte das Zentrum seit Gründung im Jahr 2010 18 Existenzgründer als Mieter. An der Weseler Straße soll es 17 Arbeitsplätze geben. Neben elf kleinen Büros (13 bis 25 Quadratmeter) werden sechs Arbeitsplätze in einem offenen Bereich vermietet. Dies soll moderne, kommunikative Arbeitsformen ermöglichen.

Stadt, Netgo und die Banken

Das Gründerzentrum Borken ist als GmbH organisiert. Zu den Gesellschaftern gehören neben der Stadt Borken und dem IT-Unternehmen Netgo die Sparkasse und die VR-Bank. Die Wirtschaftsförderung der Stadt übernimmt die Geschäftsführung. Um das Vorhaben dauerhaft abzusichern, sollen die vier Partner bei Bedarf zusätzlich zum Stammkapital von 150.000 Euro Geld zuschießen. Die Rede ist von einem Puffer in Höhe von 75.000 Euro, um die Liquidität für die nächsten zehn Jahre zu gewährleisten. So lange soll der neue Mietvertrag mit Netgo laufen. Der Stadtrat soll am Mittwoch über die Bereitstellung von weiteren 30.000 Euro befinden. Die drei Unternehmen würden für jeweils 15.000 Euro geradestehen – entsprechend den jeweiligen Anteilen am Stammkapital der GmbH.

Gesucht: ein neuer Name

Netgo-Geschäftsführer Benedikt Kisner ist vom Erfolg überzeugt: „Ich halte es für wichtig, dass Borken so eine Einrichtung hat.“ Den Ansatz sieht Kisner, der selbst als Existenzgründer anfing, noch früher als bisher: „Für Leute, die checken wollen, ob ihre Idee markttauglich sein könnte“, umreißt er die Idee.

Das Gründerzentrum soll mehrere Zielgruppen ansprechen: klassische Existenzgründer in erster Linie, darüber hinaus aber auch Unternehmen, die anderswo schon einen Standort (oder mehrere) haben und hier über ein kleines Büro zunächst den Markt sondieren wollen. Um dem Ganzen einen schickeren Namen zu geben, denkt Wirtschaftsförderin Hoffboll über einen Ideenwettbewerb nach.

Der Stadtrat diskutiert am Mittwoch ab 17 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus über das Thema.

Quelle: Borkener Zeitung
Autor: Sven Kauffelt
Foto: Edgar Rabe

Am 12 April 2018 lud NETGO zum R-Evolution Day ein. Ca. 150 Gäste folgten der Einladung in die neue Niederlassung nach Münster. Gemeinsam mit seinen Gastrednern zeigten wir, welche Möglichkeiten die Digitalisierung Unternehmen bereits heute bieten, aber auch was in Zukunft noch möglich sein wird.

Zur Keynote nahm Zukunftsforscher und Wirtschaftsjournalist Erik Händeler die Gäste mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Auf unterhaltsamer Art und Weise zeigte Händeler, wie sich Wirtschaft und Gesellschaft durch Erfindungen wie die Dampfmaschine und Elektrizität gewandelt haben. Aus seinen daraus gezogenen Schlüsseln erklärte er, warum uns auch trotz Digitalisierung niemals die Arbeit ausgehen wird.

Es folgten kurzweilige Vorträge, die den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft vorstellten, die Möglichkeiten von Virtual und Augmented Reality in der Wirtschaft zeigten und die Blockchaintechnologie erklärten.

Getreu gewohnter NETGO-Manier lud ein „anomales“ Catering die Gäste ein, bis zu späten Abendstunden zu verweilen.

Wir bedanken uns bei allen Gästen, bei den Sponsoren und Ausstellen für ihre Unterstützung!

Das IT-Unternehmen Netgo plant eine neue Zentrale im Borkener Westen (die BZ berichtete). Am Freitag stellten die Geschäftsführer Benedikt Kisner und Patrick Kruse die Pläne für das „Rundum-Sorglos-Paket“ vor.

BORKEN. Das IT-Unternehmen Netgo hat am Freitag seine Pläne für eine neue Firmenzentrale im Borkener Westen vorgestellt. Zwischen der Weseler Landstraße und der Weseler Straße entsteht ein langgezogener Gebäudekomplex mit über 5100 Quadratmetern Nutzfläche. Die Investitionssumme beziffern die Netgo-Geschäftsführer Patrick Kruse und Benedikt Kisner auf rund acht Millionen Euro.

Das Unternehmen hat entlang der Weseler Straße eine Fläche von 21.000 Quadratmeter von der Stadt Borken gekauft (die BZ berichtete). Etwa ein Drittel davon soll ab Mitte kommenden Jahres bebaut werden. Der Borkener Architekt Jörg Hetkamp stellte am Freitag im Rathaus einen Entwurf mit „dynamischer Ausstrahlung“ vor, wie er ihn selbst beschrieb.

Benedikt Kisner hatte die Aufgabe für den Planer zuvor so beschrieben: „Wir hatten ein vom Zuschnitt her denkbar ungünstiges Grundstück, auf dem wir unsere hohen Ansprüche verwirklicht sehen wollten mit einem Entwurf, der unserem Selbstverständnis entspricht: modern, aufstrebend, zielstrebig.“ Mit dem Ergebnis können sich Kisner und Kruse „super identifizieren“.

Parallel zur Weseler Straße entsteht ein Gebäudekomplex, in dem bis zu 180 Mitarbeiter Platz finden können. Der prägnante vordere Gebäudeteil wird unter anderem eine Gastronomie und ein Fitnessstudio für die Mitarbeiter beherbergen. Auch eine Kindertagesstätte für sieben bis neun Kinder von Mitarbeitern ist geplant. Innenansichten wurden am Freitag noch nicht gezeigt. Kisner erklärte jedoch, man wolle „ein Umfeld schaffen, in dem Arbeit Spaß macht“. Die Fassade werde von Glas dominiert, sagte Architekt Hetkamp, außerdem werde es breite Flure und offene Zonen geben, um viel Kommunikation zu ermöglichen. „Wir wollen eine Art Startup-Flair“, sagte Kisner.

Jürgen Kuhlmann, der Technische Beigeordnete der Stadt Borken, freut sich mit dem prägnanten Neubau auf ein neues „Entrée“ in die Stadt von Südwesten her: „Das passt von der Architektur her wunderbar.“ Die Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing betonte, dass die frühzeitige Einbeziehung der Anwohner durch Stadt und Netgo entscheidend gewesen sei. Am Donnerstag wurde den Nachbarn der Entwurf vorgestellt. Dies sei „beispielhaft“ für kommende Vorhaben. Benedikt Kisner ist sicher, dass man sich gut vertragen werde: „Die zweigeschossige Bauweise ist für alle Beteiligten eine gute Lösung.“

Er hofft, dass der Umzug in das „Rundum-Sorglos-Paket“ Ende des Jahres 2018 über die Bühne gehen kann. Laut Jürgen Kuhlmann ist ein anvisierter Baustart Mitte des kommenden Jahres realistisch. Die restliche Fläche entlang der Weseler Straße bis zu den Einkaufsmärkten hat Netgo als Reserve für weitere Bauabschnitte gekauft. „Das war uns ganz wichtig“, sagt Kisner, „denn wir haben noch viel vor.“

In den kommenden Jahren will die Stadt zudem die Weseler Straße zu einer Allee umbauen. Die Kreuzung zur Weseler Landstraße soll dann ein Kreisverkehr werden. Ein Baustart ist allerdings noch völlig offen, erklärte Jürgen Kuhlmann.

Quelle: Borkener Zeitung
Autor: Sven Kauffelt

Nach BZ-Informationen wird das IT-Unternehmen Netgo von der Landwehr nach Hovesath ziehen. Wie der Neubau aussehen soll, ist noch nicht bekannt.

BORKEN. Das IT-Unternehmen Netgo zieht nach Informationen der Borkener Zeitung von der Landwehr nach Hovesath. Bestätigen will das Unternehmen den Grundstückskauf allerdings nicht. „Wir prüfen weiterhin mehrere Optionen“, sagt Geschäftsführer Benedikt Kisner auf Anfrage der BZ.

Dabei ist das Geschäft laut verschiedener Quellen beschlossene Sache. Der Stadtrat hat demnach dem Verkauf kurz vor den Sommerferien in nicht öffentlicher Sitzung zugestimmt. Dabei soll es sich um den Streifen zwischen der Weseler Straße und der Wohnbebauung handeln, der von der Weseler Landstraße im Süden über die Nina-Winkel-Straße hinweg bis zum Nahversorgungszentrum im Norden reicht.

Dass Netgo umziehen will, ist seit längerem bekannt (die BZ berichtete). Nur das Ziel war lange offen. Auch ein Umzug in eine Nachbargemeinde soll ernsthaft geprüft worden sein. Das wäre für die Kreisstadt ein herber Verlust gewesen, denn Netgo ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen.

Knapp 100 Mitarbeiter hat das IT-Systemhaus mittlerweile. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Benedikt Kisner. Einige Teilbereiche des Unternehmens mussten bereits vom de-Wynen-Park ausgesiedelt werden. Ein Ausbau des jetzigen Standorts am Eingang des ehemaligen Kasernengeländes, der ursprünglich ebenfalls diskutiert wurde, war in den vergangenen Monaten rasch vom Tisch.

Denn laut Kisner hat Netgo im ersten Halbjahr 2016 noch einmal 50 Prozent Umsatzwachstum verzeichnet. „Fürs Gesamtjahr rechnen wir mit einem Plus von 20 bis 30 Prozent“, sagt er vorsichtig. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 18 Millionen Euro. Mehr Umsatz bedeutet auch mehr Mitarbeiter.

Wie die neue Netgo-Zentrale aussehen soll, ist bisher nicht bekannt. Gerüchteweise soll das Gebäude für die Mitarbeiter aber ein Fitnessstudio und eine Kantine enthalten.

Quelle: Borkener Zeitung
Autor: Sven Kauffelt
Foto: Sven Kauffelt

Man nehme ein modernes Management und ganz viel Lernbereitschaft – das Ergebnis sind Erfolg und Bewunderung. Die Netgo GmbH hat das zumindest geschafft und eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte hingelegt. BZ-Redakteur Sven Kauffelt hat mit Geschäftsführer Benedikt Kisner über die Unternehmens-Strategie gesprochen.

Als der Neubau an der Landwehr vor sechs Jahren Formen annahm, ließen spöttische Kommentare über die „Emporkömmlinge“ der Netgo GmbH nicht lange auf sich warten. „Glaspalast“ nannte manch alteingesessener Unternehmer den schicken Bau abfällig, der als erster auf dem alten Kasernengelände entstand. Heute würde keiner mehr auf die Idee kommen. Der Spott ist vielmehr Bewunderung gewichen – oder Neid, was in Geschäftskreisen eine hohe Auszeichnung ist.

Benedikt Kisner winkt ab. Lange her. Zusammen mit Patrick Kruse führt Kisner heute ein Unternehmen, das 90 Mitarbeiter an sieben Standorten beschäftigt, 18 Millionen Euro Umsatz erzielt und „kerngesund“ ist, wie er sagt: „Die GmbH ist schuldenfrei. Wir haben nie mit Schulden Wachstum erkauft, sondern immer nur unsere Überschüsse refinanziert.“ Die Erfolgsgeschichte hat sich rumgesprochen. Vor drei Jahren erhielt Netgo den „Preis des deutschen Mittelstands“ – und hat allein seitdem wieder über 30 Mitarbeiter eingestellt und drei neue Niederlassungen eröffnet.

Soll das so weitergehen? „Gerne“, sagt Benedikt Kisner und lacht herzlich. Die Weichen dafür sind gestellt. Der Borkener IT-Dienstleister hat mittlerweile Kunden aus der ersten Reihe akquiriert: die Telekom, Rheinmetall, einige große Ministerien zählen dazu. Und noch einige mehr, die Kisner aber nicht nennen darf. Die Basis des Unternehmens liegt aber weiter in Borken und Umgebung.

Dabei verfolgt das Unternehmen eine Strategie, die sich bezahlt gemacht hat. „Wir sind ehrlich zu unseren Kunden“, erklärt Kisner. Für ihn mehr als eine Floskel. „Das fängt damit an, dass wir unsere Mitarbeiter ganz bewusst nicht provisionsabhängig bezahlen. Denn ich will nicht, dass sie in die Verlegenheit kommen, Kunden Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, die diese gar nicht benötigen.“ Teil zwei dieser Ehrlichkeitsstrategie: Netgo sagt auch mal Nein zu Kunden, wenn die Lösungen haben wollen, die auf Dauer nicht funktionieren können. „Das fällt sonst doch auf uns zurück“, erklärt Kisner, der sicher ist, dass sich das auszahlt: „Wir werden als sehr qualitativer Anbieter wahrgenommen, gerade weil wir auch Nein sagen können.“

Im nächsten Schritt soll die Service-Qualität weiter verbessert werden. Dazu gehört, dass Netgo die Kunden während des gesamten Entwicklungsprozesses stärker einbinden, diesen so transparenter gestalten will. Gerade in der IT sei es häufig so, dass der Kunde einen Auftrag abgibt und irgendwann am Ende eine Lösung herauskommt. Ein Unding, findet Kisner, gerade bei komplexen Lösungen. Und um die geht es bei den Aufträgen an die Netgo-Techniker fast immer.

Was die Suche nach Mitarbeitern nicht einfach macht. Trotzdem sagt Kisner: „Wir haben bisher keine Probleme.“ Für Mitarbeitergewinnung und Marketing „haben wir von Anfang an verhältnismäßig viel Geld ausgegeben“, so Kisner. Er sieht Marketing, Sponsoring und Mitarbeiter-Recruiting, wie es neudeutsch heißt, als Zusammenspiel.

Wenn das Unternehmen der Heimspielstätte der SG Borken seinen Namen gibt, den Borken Beach sponsert und Banden beim Volleyball bucht, „dann hilft uns das einerseits, uns als Marke zu etablieren und andererseits, gewachsene Strukturen in der Region zu fördern“. Von beidem will man profitieren. „Potenzielle Auszubildende kennen uns schon, was dazu führt, dass wir sehr viele Bewerbungen für Ausbildungsstellen bekommen“, erklärt Kisner einerseits. Indirekt soll die Unterstützung dann helfen, dass den Auszubildenden vorher in den Vereinen wichtige Werte vermittelt werden. „Das ist ein wenig um die Ecke gedacht“, gesteht der Geschäftsführer. „Wir wollen weiter und dauerhaft wachsen. Das geht nur in einer Region, in der Menschen gerne leben, in der sie sich niederlassen und Familien gründen.“

Er selbst lebt das vor. „Ich habe nie woanders als in Erle gelebt“, sagt Kisner. Jetzt werden seine Kinder dort ebenfalls groß. Da käme es zum Beispiel nie in Frage, den Firmensitz in eine andere Region zu verlegen. „Das hier ist Heimat“, sagt er einfach. Aber auch schon eine, die an ihre Grenzen stößt. Denn das Gebäude, der Glaspalast, für den sie vor sechs Jahren noch belächelt wurden, der ist mittlerweile zu klein. „Wir denken über verschiedene Lösungen nach.“ Damit kennen sie sich ja aus bei Netgo.

Quelle: Borkener Zeitung
Autor: Sven Kauffelt
Foto: Sven Kauffelt