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Lohnt sich ein Upgrade auf Windows Server 2022?

Lesedauer 8 Minuten

Dies ist eine sehr häufig gestellte Fragen in Kundensituationen. Sicherlich nicht seltener als selbige Frage in Bezug auf Microsoft Office oder dem Wechsel eines Windows 10 oder 11 Releases.
Dieser Blogartikel hilft Ihnen, diese Frage für sich und Ihr Unternehmen zu beantworten.

Warum ist es sinnvoll an dem, für viele Unternehmen immer noch schnellen, Releasezyklus von nur 2-3 Jahren teilzunehmen?

Windows Server Produkte haben nunmehr einen angestammten Releasezyklus, der in etwa alle 2-3 Jahre eine neue Version hervorbringt. Geht es nach Microsoft und Microsoft Consultants, wie mich, so werden Sie häufig diesen wiederkehrenden Rat hören: #staycurrent.

Warum aber sollte ein Unternehmen es sich aufbürden alle 3 Jahre einen Releasewechsel zu planen und zu vollziehen? Dieses möglichst über die gesamte Windows Server Plattform durchzuhalten?

Die Gründe sind vielschichtig.

Früher stand und lief Windows Server für sich, noch gar auf Hardware, und stellte mehr oder weniger zuverlässig seine wohlbekannten Basisdienste bereit.

Sicherlich erzeugte Windows Server naturgemäß immer schon Abhängigkeiten zu anderen Produkten. Sei es für manche noch Microsoft Exchange Server oder gar SharePoint Server in Ihrem Rechenzentrum (private Cloud), Active Directory samt DNS + DHCP, Dateidienste (SMB), Druckdienste, sowie Remote Desktop Dienste (RDSH).

Für die Meisten ist die Windows Server Plattform für den Betrieb essentieller (Branchen-)Software notwendig. Nutzungszenarien gehen insgesamt deutlich über die große Vielzahl der in Windows Server integrierten Dienste hinaus.

Die Anzahl von versionsgebundenen Abhängigkeiten steigt!
Allein im Hause Microsoft sind dies u.a. PowerShell (WMF), .net / .net Core, ReFS, Hyper-V, S2D, FSLogix, Office, Azure AD Connect, Exchange Server, SQL Server etc.
Ganz klar auch externe Faktoren:

Backupsysteme + Hardware, Citrix Virtual Apps and Desktop, 3rd Party Hypervisoren (z.B. VMware ESXi), und natürlich Branchensoftware.

All diese Faktoren sind nicht statisch. Jedes Produkt für sich hat eigene Support Lifecycles und Kompatibilitätsmatrixen.

Das Betriebsystem und die Abhängigkeiten aktuell zu halten hilft nicht nur in Bezug auf das Erlangen neuer Features und Verbesserungen, sondern vor allem in Bezug auf die Supportfähigkeit, ihres IT Betriebs und somit der Zuverlässigkeit, Effizienz und letztenendes der Wirtschaftlichkeit.

Wirft man einen Blick in die verheerende Statistik von lansweeper, so sind nunmehr die meisten VMware Versionen out of support. Dies bedeutet im Umkehrschluss auch: Ein Betrieb von aktuellen Windows Server Versionen oder 3rd Party Lösungen auf diesen, ist oftmals gar nicht mehr möglich, oder nur mit eingeschränkten Vorteilen und Verlust der Effizienz und Flexibilität Ihrer IT.
Vom Sicherheitsaspekt und Betriebs- und Datenschutzrisiko ganz zu schweigen.

Erfahrungsgemäß dauert eine Migration aller Windows Server Workloads in Kalenderzeiten teils ein Jahr und länger. Ich kann dies aus eigenen Projekten bestätigen. Je nach Größe, Anzahl der Abhängigkeiten und insb. der 3rd Party Lösungen.

Fazit

Das Betriebssystem einem SaaS Zyklus unterzuordnen reduziert den Kosten- und Zeitaufwand, Stress durch „Leichen im Keller“ deutlich. Bei ordentlicher Pflege gut und gerne auf die Hälfe oder ein Drittel, im Gegensatz zu Großprojekten nach vielen Jahren.

Sie es durch schnelleres abschneiden alter Zöpfe, aktuellster Dokumentation und der Fähigkeit zum in-place Upgrade bei gut konfigurierten und zuverlässig arbeitenden Systemen.
Moderne Windows Server Systeme bieten deutliche Verbesserungen in Bezug auf den Fußabdruck in Bezug auf Storage, CPU-Nutzung und Performance. Hierzu später mehr.

Warum ist es eher nicht sinnvoll ist das Ende des Mainstream Support von Windows Server (5 Jahre ab Releasedatum) oder gar das Ende des Mainstream Support selig abzuwarten?

Wussten Sie schon: Windows Server 2016 ist befindet sich nicht mehr im Mainstream Support.
Für Windows Server 2012 (R2), ist dieser Tag schon 4 Jahre passé, somit  Ended auch der Extended Support bereits am 10. Oktober 2023. Dies ist ein knappes Jahr. Microsoft und Partner trommeln nun und empfehlen die letzte Eisenbahn zu nehmen. Warum eigentlich?

Wie oben schon angesprochen kann eine zielgerichtete Migration der Workloads sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Bezug von Extended Security Updates (ESU) ist nur wenigen Kunden mit speziellen Lizenzverträgen vorbehalten, und er ist sehr kostspielig.
Die wenigsten Kunden dürften den Vorteil von Azure Stack HCI on-premises oder in Azure wahrnehmen, dass die ESU dort bereits in den Betriebskosten inkludiert sind. Dies ist ein oft unterschätzter Gamechanger für diejenigen Unternehmen, die aus Gründen nicht innerhalb des Mainstream oder Extended Support wechseln wollen oder können. Selbst der Betrieb eines isolierten Single- oder Multinode AzureStackHCI Clusters für Altsysteme kann ein Szenario werden wenn die Sicherheit es erfordern.

In den letzten Jahren haben viele Hersteller, insbesondere auch jene von Branchensoftware die Krux erkannt, dass Systeme nach spätestens 10 Jahren, also nach Ende des Extended Support umzustellen, mehr Kopfschmerzen bereitet. Sie haben das Konzept von Microsoft adaptiert und verlangen für den Betrieb ihrer Software ein Windows Server im Mainstream Support um Ihre Software zu supporten.

Aktionismus? Geldschinderei? Mitnichten. Allein schon der Faktor Mensch und Zeit sind ein guter Grund für kürzere Support und Releasezyklen zu begründen. Wer kann schon behaupten, eine Dokumentation über 10 Jahre konsistent zu halten, bzw. Das Know-How von Mitarbeitenden – auf beiden Seiten – über diese Zeit im eigenen Team zu wissen. Nicht zuletzt ist die Alterspyramide ein Grund, Zyklen kürzer und flexibler, die technisch komplexen Themen übergabefähig zu halten. Wenn Sie sich das für Ihr System nicht vorstellen können, versuchen Sie sich vorzustellen wie jemand sich in +8-10 Jahre alten Sourcecode einarbeitet um für Sie einen Fix oder Workaround zu finden.

Fazit

Kürzere Releasezyklen, also SaaS & #staycurrent, bedingen sich nicht nur mehr nur durch die Vorgaben und Wünsche von Microsoft selbst, sondern immer stärker auch durch Software anderer Hersteller. Gründe sind vielseitig und haben mitunter auch einen sozialökonomischen Hintergrund.

Was ist der Unterschied zwischen Mainstream Support und Extended Support Zeitraum?

Im Mainstream Support erhalten Sie über Ihren Lizenzvertrag oder weitere Konstrukte, Produktsupport von Microsoft.

Im Extended Support ist der Microsoft Support in jedem Fall kostenpflichtig. Nicht alle Kunden können diesen Nutzen. Microsoft Premier Support wurde durch ein neues, nicht günstigeres Modell, ersetzt.

Im Extended Support erhalten Sie keine Garantie auf „Bugfixes“, selbst dann wenn ein Fehler offensichtlich durch ein kürzliches kumulative Update ausgelöst worden ist. Auch wird regelmäßig während dieser Phase bereits Produktdokumentation auf learn.microsoft.com entfernt!
Oftmals Microsoft sorgt sich im Extended Support deutlich weniger darum die Qualität und Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Ein Beispiel war die Updategeschwindigkeit von Windows Server 2016, welche aufgrund der Richtlinien von LTSC einen Backport des Fix von 1703 verbot.

Jüngstes Beispiel: ReFS. Einen funktionierenden Fix gab es nur noch für „aktuellen“ Windows Server Systeme, inkl damals noch Windows Server 2016. Windows Server 2012 ging leer aus, da Microsoft das damals eingeführte ReFS 1.0 nicht mehr supporten wollte.

Welche betrieblichen Risiken sind zu erwarten?

Der Betrieb unsupporteter (End of Mainstream Support) Betriebsysteme ist gemeinhein kostspieliger als man erwartet. Dies kann bishin zum Produktionsausfall oder Stillstand des selbigen führen.

Eine Migration wir mithin durch den fortwährenden Einsatz unsupporteter Software erschwert und kostenlastiger. Mitunter ist eine Migration überhaupt nicht mehr möglich. Auch das Risiko der Migration steigt. Wenn schon vor Beginn einer Migration kein Support mehr gegeben ist, oder im Fall equivalent zu Microsoft nur Extended Support, wird es für das Projekt kosten- und zeitkritisch.

Die Bedrohungslage durch Angreifer und laterale Bewegung in infiltrierten System sind ein wesentlicher Punkt. Dies kann bei einer Verschlüsselung, einem Datenschutzvorfall gemäß DS-GVO, deutlich schmerzhafter und teurer werden, als eine geplante Fortentwicklung Ihrer IT Infrastruktur. Hiervon haben wir bereits einige bittere Beispiele in nahen Kundenumfeld erlebt.

Vertrauen Sie uns: Diese ungeplanten Überstunden wollen Sie nicht durchmachen.

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